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Aktuelles

21.10.2026 | 18:00 – 20:00

Feministische Technikkritik reloaded: „Künstliche Intelligenz“ und die Frage des guten Lebens // ZIFG-Ringvorlesung im Wintersemester 2026/27

DEENRingvorlesungTUhybridZIFG

Seit mit der Veröffentlichung von ChatGPT im November 2022 eine Anwendung sogenannter „generativer Künstlicher Intelligenz“ der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, erleben wir auch an Universitäten geradezu eilfertiges Aufgreifen und Dynamiken, die den Einsatz dieser Technologie in Forschung und Lehre fast als alternativlos erscheinen lassen. Zugleich entfaltet sich eine kritische Auseinandersetzung: mit den politisch-kosmologischen Weltsichten von „Silicon Valley“, mit den Effekten der Nutzung im gesellschaftlichen Alltag, mit den polit-ökonomischen Bedingungen und Konsequenzen dieser Entwicklung, mit deren ökologischen Bedingungen und Konsequenzen, mit Fragen globaler Un/Gerechtigkeit und rassistischen sowie sexistischen Strukturen.

In Traditionen feministischer Wissenschafts- und Technikforschung stehend fragen wir in dieser Ringvorlesung, wie sich diese Technologien gesellschaftskritisch verstehen und einordnen lassen. Feministische Wissenschafts- und Technikforschung zeichnet sich durch Perspektiven aus, die Technikentwicklung in einer Verknüpfung von Erkenntnissen über wissenschaftshistorische Entwicklungen, epistemologische Prämissen, fachliche Praktiken und häufig versteckte oder gar verleugnete gesellschaftlich-materielle Bedingungen und den mit ihnen verbundenen Macht- und Herrschaftsverhältnissen betrachten. Es sind insofern kritische Perspektiven. Technologieentwicklung wird nicht als Prozess der Erfindung neutraler Werkzeuge verstanden, sondern als Prozess, der aufgrund bestimmter, in historische Machtverhältnisse eingebundener, ontologischer Gewissheiten über die Beschaffenheit der Welt operiert – nicht zuletzt der, dass gesellschaftliche Probleme grundsätzlich technologisch lösbar seien.

Die Auseinandersetzungen mit den aktuellen KI-Anwendungen sind für uns (erneut) Anlass, zusammenzukommen und zu den Bedingungen, Möglichkeiten und Effekten von Technologieentwicklung ins Gespräch zu kommen und die drängenden Fragen der Gegenwart und Zukunft nicht technokratischen Institutionen und privaten Investitionsentscheidungen zu überlassen, sondern als demokratisch zu verhandelnde politische Fragen zu reklamieren: In welcher Welt wollen wir leben – welches Wissen, welche Bedingungen, welche Technologien brauchen wir dafür?

Weitere Informationen zu den einzelnen Vorträgen sowie der Zugangslink finden sich auf der Website des ZIFG der TU Berlin. Die Ringvorlesung findet hybrid statt.

Technische Universität Berlin
ZIFG, 6. Stock, FH 619
Fraunhoferstraße 33-36
10587 Berlin
04.11.2026 | 10:00 – 11:30

Online-Workshop „Feministisch publizieren? Open Access in den Gender Studies zwischen Haltung und Machbarkeit“

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Wer liest, wer wird zitiert, wer wird sichtbar? Open Access steht für den freien, barrierearmen Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen. Die Transformation hin zu Open Access mittlerweile weit fortgeschritten, auch in den Gender Studies gibt es bereits zahlreiche Angebote. Trotzdem bleiben in der Praxis viele Fragen offen: Wer trägt die zum Teil hohen Kosten für Open Access? Was zählt mehr: Open Access oder Impact? Was muss ich mit Blick auf meine akademische Karriere bedenken? Was rate ich meinen Doktorand*innen? Der Workshop bietet Orientierungswissen und einen Reflexionsraum zur Thema Open Access in der Geschlechterforschung. Gemeinsam werfen wir einen kritischen Blick darauf, wie wir als wissenschaftliche Community die Bedingungen des Publizierens mitgestalten können.

Referent*innen:

  • Dr. Lorenz Weinberg ist Projektmitarbeiter im open-access.network, wo er vor allem für Workshops für unterschiedliche Zielgruppen, den oa.atlas, die digitalen Fokusgruppen und das Netzwerk Recht und Open Research zuständig ist.
  • Dr. Kathrin Ganz koordiniert den Fachinformationsdienst Gender und ist dort für den Arbeitsbereich Open Access sowie das Fachrepositorium GenderOpen zuständig.

Wo? Online (den Link zum Webex-Raum erhalten Sie mit Ihrer Anmeldebestätigung per E-Mail)

Zielgruppe: Willkommen sind Forschende aller Karrierestufen aus den Gender Studies, Wissenschaftler*innen mit Schwerpunkt Geschlechterforschung aus anderen Disziplinen, Fachreferent*innen/Liaison Librarians mit diesem Zuständigkeitsgebiet sowie alle weiteren Interessierten.

Melden Sie sich gerne unter diesem Link an: Anmeldung zur Veranstaltung „Feministisch publizieren? Open Access in den Gender Studies zwischen Haltung und Machbarkeit“

 

17.11.2026 | 15:00 – 18:00

Wandel der Strukturkategorie Geschlecht – zwischen Verflüssigung und Persistenz? // Gleichstellungs-Lecture

DEWorkshopBundesstiftung GleichstellungBundesstiftung Gleichstellung

Geschlecht ist weit mehr als eine individuelle Identität – es ist ein wesentliches Prinzip, das in modernen Gesellschaften den Zugang zu Macht, Geld und anderen Ressourcen strukturiert. Dennoch scheint die Rede von der „Strukturkategorie“ in der Geschlechterforschung zuletzt aus der Mode gekommen zu sein. Wichtige theoretische Weiterentwicklungen brachen das starre Konzept auf: Zunächst lenkte der konstruktivistische Turn den Blick auf das „Doing Gender“. Geschlecht wurde nicht länger als statisches Gerüst verstanden, sondern als etwas, das wir im Alltag durch unsere Interaktionen und Routinen überhaupt erst herstellen. Zudem erweiterte das Konzept der Intersektionalität die Perspektive entscheidend, indem es aufzeigte, dass Geschlecht nie isoliert wirkt, sondern stets mit anderen Ungleichheiten verschränkt ist. Nicht zuletzt haben poststrukturalistische und queere Theoriebildung und die Betonung von Geschlechtervielfalt die strikt binäre Logik, die implizit in vielen Strukturmodellen angelegt war, in Frage gestellt. Es scheint, als habe sich Geschlecht in den letzten Jahrzehnten theoretisch wie kulturell zunehmend „verflüssigt“.

Doch ein Blick auf die sozioökonomische Realität zeigt eine erstaunliche Beharrlichkeit der Geschlechterungleichheit. Der Gender Pay Gap, asymmetrische Arbeitsmarktstrukturen und die Ungleichverteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zeigen, wie wirkmächtig Geschlecht als ordnendes Prinzip auch heute noch ist. In der Wissenschaft zeigt sich wieder ein stärkeres Interesse an materialistischen Ansätzen. In dieser Veranstaltung diskutieren wir, wie Geschlecht als Strukturkategorie heute neu gedacht werden muss: Wie können wir Geschlecht als ein strukturelles, gesellschaftliches Verhältnis wieder präzise fassen, ohne wichtige theoretische Weiterentwicklungen und empirische Evidenz über Bord zu werfen? Und was bedeutetet diese Debatte für die zeitgenössische Gleichstellungsforschung und -arbeit?

Prof. Dr. Hanna Meißner vom Zentrum für Interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung der TU Berlin wird die Veranstaltung mit einem Vortrag eröffnen und inhaltliche Impulse zur Beantwortung dieser Fragen liefern. Anschließend wollen wir sie mit Prof. Dr. Andrea Maihofer, Prof. Dr. Rolf Pohl und Ihnen gemeinsam diskutieren.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung finden sich auf der Website der Bundesstiftung Gleichstellung.

Bundesstiftung Gleichstellung
Karl-Liebknecht-Str. 34
10178 Berlin

Weitere Veranstaltungen aus dem Bereich der Gender Studies an den Berliner Hochschulen finden Sie in unserem Gender Kalender. Gerne könnten Sie sich aber auch auf den Websites unserer Mitgliedseinrichtungen informieren.

Geschlechterforschung in Berlin

Berlin bietet an seinen Universitäten und Hochschulen ein einmaliges Spektrum der Geschlechterforschung/Gender Studies. Einige Einrichtungen existieren bereits seit den 1980er Jahren, andere entstanden erst in jüngster Zeit – sie alle sind integraler Bestandteil der Berliner Hochschulentwicklung.

Im Jahr 2000 haben sich diese Einrichtungen zusammengeschlossen und gemeinsam die Arbeitsgemeinschaft der Frauen- und Geschlechterforschungseinrichtungen Berliner Hochschulen (afg) ins Leben gerufen.